susanne hohmann | mmm frankfurt am main

susanne hohmann mmm frankfurt am main

Geschichte

MMM ist eine nach ihrer Begründerin - Margaret Morris (1891 - 1980) - benannte Bewegungslehre, bestehend aus festgelegten Übungen, Tanztraining und freier tänzerischer Gestaltung.

Margaret Morris entwickelte diese Methode Anfang des 20. Jahrhunderts als Alternative zum klassischen Ballett. Damals wie heute spektakulär sind die griechischen Tanzpositionen, die Raymond Duncan (Bruder der Tänzerin Isadora Duncan) aus alten griechischen Vasen und Wandbildern rekonstruierte und die zum festen Bestandteil der Morris`schen Methode wurden.

Margaret Morris war Tänzerin, Schauspielerin und Physiotherapeutin und eröffnete 1910 ihre erste Schule in London. Später gründete sie das „Celtic Ballet of Scotland”, aus dem das berühmte „Scottish National Ballet” hervorging.

Die Geschichte von Margaret Morris ist eingebettet in eine Epoche, die die Natur und die Natürlichkeit entdeckte. Der Aufbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat insbesondere die Körperlichkeit des Menschen als Träger von Geist und Seele entdeckt. Und die Sonne als Energiespender: Das Nacktsein in der Natur, Wandern, gesundes Essen, Körpertraining waren plötzlich in aller Munde. Alles Punkte, die auch heute unser Leben bestimmen: FKK, Trekking, Öko und Fitnesszentren sind die neudeutschen Übersetzungen von Idealen, die vor hundert Jahren schon modern waren.

Der radikale Denker Friedrich Nietzsche hat philosophisch die Voraussetzungen geschaffen, indem er den Körper als Sitz aller geistigen Äußerungen und Gefühlsregungen hervorhob. Isadora Duncan und Margaret Morris und viele andere haben künstlerische Konzepte entwickelt, in denen, neben der Musik und dem Malen, tänzerische Bewegungen eine wichtige Rolle spielten. Jedoch sollten diese den natürlichen Bewegungsabläufen des Menschen entsprechen, und somit sind das Gehen, Rennen und Hüpfen in der MMM-Methode Ausgangspunkt vieler Abläufe. Dabei ist nicht ein tänzerisches Ideal vorgegeben, sondern die Entdeckung und Entfaltung der Eleganz und der Schönheit, die in jedem Menschen steckt. Das jedem Menschen, alt oder jung, gesund oder krank, Angemessene wird erstrebt, also keine tänzerischen Bewegungsfolgen, die einem durchtrainierten jugendlichen Körper vorbehalten sind.

Die ästhetische Bildung und Erfahrung soll jeder an sich machen können. Dies geschieht ohne Hochleistungs- und Kraftmaschinen, denen man sich unterwirft, sondern indem die Lust an der Bewegung und am Ausdruck entfaltet wird. In diesem Ansatz steckt, wie vor beinahe hundert Jahren, eine radikale Abkehr vom Nützlichen, vom Erhalt der Arbeitskraft etwa, und vom stumpfsinnigen Wiederholen beschränkter Bewegungsabläufe, wie wir sie aus Fitnesszentren und Aerobic-Studios kennen. Es geht weder um Kraft, noch um „Problemzonen”, sondern um die Wiederentdeckung der Schönheit.